Seit Dezember 2015

Kneippen ist seit Dezember 2015 als Immaterielles Kulturerbe anerkannt

Welche Bedeutung die klassischen Naturheilverfahren nach Kneipp auch heute, im 21. Jahrhundert, noch haben, spiegelt sich nicht zuletzt in der Anerkennung des „Kneippens als traditionelles Wissen und Praxis nach Sebastian Kneipp“ als Immaterielles Kulturerbe im Dezember 2015 wider. Die Kneipp-Bewegung kann zurecht stolz auf diese Wertschätzung sein, versteht sie aber auch als Auftrag, dieses traditionelle Wissen einerseits zu bewahren und es gleichzeitig – auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse – als moderne Medizin weiterzuentwickeln.

Das Potenzial des „Kneippens“ im Sinne von „Wissen. Können. Weitergeben.“ lässt sich gut am breiten Spektrum der die deutsche Kandidatur initiierenden Kulturerbeträger erkennen: die Stadt Bad Wörishofen als Keimzelle der Kneipp-Bewegung (mit kultureller Verankerung als lebendige Tradition im öffentlichen Bewusstsein), der Kneipp-Bund e.V. als Dachverband für über 500 Kneipp-Vereine mit ca. 160.000 Mitgliedern (mit den von Kneipp gegründeten „Kneipp-Blättern“ und Bildungseinrichtungen) und der Verband Deutscher Kneippheilbäder und Kneippkurorte für die über 80 staatlich prädikatisierten Heilbäder und Kurorte nach Kneipp mit einer großen Zahl von  Kurbetrieben in allen Teilen Deutschlands (einschließlich der Kneipp PremiumClass). Das Potenzial des Kneippens lässt sich auch an der Popularität und Vielzahl der eingebundenen Gemeinschaften ablesen: der Kneipp-Ärztebund, der Verband Deutscher Kneipp-Therapeuten e.V., die Kneipp-Gesundheitsstiftung u.v.m. Hinzu kommt, dass z.B. das Zertifikat „vom Kneipp-Bund e.V. anerkannte Einrichtung“ die Kneipp-Gesundheit in alle Lebenswelten transportiert: in Kindertageseinrichtungen, Schulen, Gästehäuser, Unternehmen und Senioreneinrichtungen. Bundesweit tragen aktuell 700 Einrichtungen das Gütesiegel des Kneipp-Bundes (darunter sind über 450 Kitas) – sowie einige im europäischen Ausland (u.a. Niederlande und Italien). Auch müssen die zahllosen, öffentlichen Kneipp-Anlagen erwähnt werden, die Menschen tagtäglich, niederschwellig und weltweit mit dem Kneippschen Naturheilverfahren in Berührung bringen.

Nachdem Sebastian Kneipp schon Anfang des 20. Jahrhunderts in Nordamerika zu den drei bekanntesten Europäern gehörte, koordiniert heute Kneipp WORLDWIDE als internationaler Verband die Zusammenarbeit nationaler Kneipp-Verbände bspw. in Deutschland, der Schweiz, Südtirol, Slowenien, Ungarn, den Niederlanden sowie das Engagement von Einzelmitgliedern in zahlreichen weiteren Nationen.

Innovation und Nachhaltigkeit waren und sind unabdingbare Notwendigkeiten, um Kneipps Erbe zu bewahren, es als Ausdruck gesundheitsförderlicher, kulturstiftender Identität von Generation zu Generation weiterzugeben und zu evaluieren. Dem dienen digitale Gesundheitsportale, multinationale Projekte, Multiplikatoren-Schulungen in Polen, Bulgarien, Estland, Japan und China, die Bemühungen der Kneipp PremiumClass, die digitale Verfügbarkeit aller Materialen des weltweit einzigartigen Kneipp-Museums in Bad Wörishofen sowie unterschiedliche Ideen und Konzepte aller Trägergruppen, z.B. für das „Kneipp-Jahr 2021“ – als Jahr seines 200. Geburtstages, das nicht nur als Momentaufnahme, sondern international nachhaltig informieren und wirken soll. Auch dem heute vorrangigen Problem der Klimaerwärmung, die nicht nur die Gesundheitssysteme, sondern auch die Wirtschaft, vor allem aber die Menschen belastet, wird begegnet: eine nachhaltige Lebensweise, wie von der Kneipp-Bewegung initiiert, z.B. Müllvermeidung, Reduktion von Autofahrten und Flugreisen durch wohnortnahe Gesundheits- und Erholungsangebote, die Empfehlung einer pflanzlich orientierten Kost und der sparsame Umgang mit allen Ressourcen helfen mit, die Ziele der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen und des Pariser Übereinkommens zu erreichen.

Was die Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen betrifft, so hat das Kneippen nicht nur in Hinblick auf das Gesundheitssystem enormes Potenzial: 70% der deutschen Bevölkerung greifen einer repräsentativen Umfrage von 2004 zufolge auf naturheilkundliche Maßnahmen bei Krankheiten wie etwa Erkältungen, Rückenschmerzen und Abgeschlagenheit zurück. Schätzungen zum Einsparpotenzial durch Prävention gehen von bis zu 10 Milliarden Euro aus. Mit Kneipps Lehre werden zudem Eigen- und ehrenamtliche Initiativen und gesellschaftliches Engagement der Menschen gefördert, Beiträge für eine wettbewerbsfähige Wirtschaft geleistet und die Lebensqualität der Menschen verbessert.

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